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Foto: Beziehunsgfundament – Warum sind wir ein Paar? Was trägt uns?

Beziehunsgfundament – Warum sind wir ein Paar? Was trägt uns?

Warum sind wir ein Paar? Warum sind wir zusammen? Was trägt uns? Was verbindet uns? Stehen wir auf einem guten Beziehungsfundament miteinander?

Nicht zur zu Beginn einer Paarbeziehung, also noch bei der Paarwerdung, stehen diese Fragen an. Warum man mit jemandem zusammen ist, wird in einer Paarbeziehung immer wieder gefragt. Etwa an Wendepunkten in einer Paarbeziehung. Oder wenn man miteinander verschiedene Entwicklungsstufen in der Paarbeziehung durchschreitet. Warum führe ich mit Dir eine Liebesbeziehung? Weshalb sind wir als Partner*Innen in einer Partnerschaft miteinander verbunden?

Beziehungsfundament als Stütze in Zeiten vieler Fragen

An diese Fragen schließt sich eine nächste Überlegung an. Fragen werden aufgeworfen: Stehen wir beide in unserer Liebe und Partnerschaft auf einem sicheren Grund? Gibt es etwas, das uns trägt und zusammenhält? Gibt es so etwas wie ein Fundament für unsere Paarbeziehung?

Ein gutes und tragendes Beziehungsfundament ist für eine Paarbeziehung wichtig. Dabei ist das Fundament inhaltlich, räumlich und als Kommunikation der beiden Partner*Innen zu denken. Inhaltlich sind hier Stärken und Ressourcen innerhalb einer Paarbeziehung zu nennen. Dazu gehört vielleicht auch die Erfahrung, bereits Hindernisse und Hürden überwunden oder aus dem Weg geräumt zu haben. Ebenso sollten hier gemeinsame Erlebnisse und schöne Momente eingeordnet werden. Was das Räumliche anbetrifft, ist vielleicht an ein gemeinsames Zuhause zu denken. Zudem sind vielleicht auch Orte für eine Paarbeziehung tragend geworden.

Sodann ist schließlich auch die Kommunikation des Paares entscheidend. Auch sie ist Teil des Beziehungsfundaments.

  • Bin ich mir sicher und kann ich mich darauf verlassen, dass Du mir zuhörst?
  • Darf ich mich in schönen und schwierigen Zeiten an Dich wenden?
  • Hörst Du mir zu?
  • Verstehst Du mich?
  • Verstehe ich Dich?
  • Nehmen wir uns Zeit, um über uns und unsere Beziehung zu sprechen?

Außerdem ist noch das gemeinsame Planen, Träumen und Wünschen beider Partner*Innen zu nennen. Ein Beziehungsfundament ist auch, wenn man miteinander träumt. Gemeint ist die Zukunft. Dort wo man nach Vorne blickt, entsteht in der Gegenwart bereits etwas Tragendes und Zusammenfügendes.

Beziehungsfundament als tragender Grund

Das Ziel ist der stete Aufbau und das Bewahren eines Beziehungsfundaments. Die Idee dahinter: Auf dieses sozusagen sichere Terrain können wir uns als Partner*Innen immer wieder zurückbesinnen. Hierhin kehren wir in problematischen und konfliktreichen Zeiten zurück. Wenn Herausforderungen von Außen an uns rütteln, dann haben wir diesen sicheren Ort. Wenn sich Dinge verändern ist dennoch  auch etwas da, das sicher  bleibt. In Zeiten, in denen ich als Partner*In vieles in Frage stelle, bleibt manches vielleicht unhintergfragt.

Was ist es um unser Beziehungsfundament bestellt?

Vielleicht haben Sie ja ein wenig Zeit und beginnen zu fragen. Eben, neben der kritischen Anfrage „Mit wem bin ich da zusammen?“, nach einem tragenden Fundament suchend.

  • Was ist eigentlich sicher?
  • Hält uns etwas zusammen?
  • Was ist trotz aller Veränderung, trotz allen Aufbruchs das, was uns Halt und Geborgenheit bietet?
  • Auf welchem Fundament steht unsere Liebe?
  • Auf Sand?
  • Oder doch auf einem sicheren Felsen?
  • Wo sind wir zuhause?
  • An einem sicheren Ort beheimatet mit unserer Liebe und Partnerschaft?
  • Oder wandeln wir als Fremde grundlos nebeneinander her?

Defizitfokus oder Blick auf das, was es schon oder noch gibt

Manche Paare haben sich zuvor einen Negativ-Blick auf die etwaige Schattenseiten ihrer Beziehung angewöhnt. Sie suchen gemeinsam oder gegeneinander nach Defiziten. Man sieht nur das, was nicht ist. Der Blick richtet sich nicht auf noch der schon bereits Vorhandenes. Manchmal erlebt ein Paar bei seinem Blick auf das Abwesende einen langsamen Niedergang der Paarbeziehung. Das führt schließlich unter Umständen bis hin zu einer regelrechten Abwärtsspirale. Diese führt dann in Richtung Trennung und Abriss des bisherigen Beziehungsfundaments.

Natürlich ersetzt der Blick in die Gegenrichtung nicht die Arbeit am Problem und die Suche nach Lösungen. Es reicht vielleicht nicht aus, Sehnsüchte, Wünsche, Ziele, Gemeinsames und Tragendes zu fokussieren. Der Blick auf tragende Eckpfeiler des Beziehungsgebäudes soll aber einladen, Probleme und Konflikte anders anzugehen. Es soll dabei nicht gleich alles hinterfragt und in Frage gestellt werden. Es ist zudem in Ordnung, überhaupt Fragen zu stellen. Das bloße Fragen an sich findet nämlich auf dem gemeinsamen Fundament der Beziehung statt. Man fragt als Paar. Obgleich nach Antworten gesucht wird, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass man sich nicht liebt. Gemeinsam zu fragen, stiftet hier vielleicht sogar ein Stück Beziehungsfundament.

Auseinandersetzungen als Lösungsversuche

Innerhalb einer Partnerschaft kann es zu heftigen Auseinandersetzungen und konflikthaften Zuspitzungen kommen. Insbesondere dann, wenn Vertrauen verloren gegangen ist, entstehen Fragen. Nicht immer werden diese dann einladen formuliert. Vielleicht bestimmt ein konflikthaftes und streitbares Miteinander oder Gegeneinander in der Folge den Beziehungsalltag. Dazu gehört auch, dass es zu wenig zielführenden Reaktionen dem Partner*In gegenüber kommt. Sie sollen den Konflikt mit Macht auflösen, verschärfen diesen aber nur. Wer würde sich gegen Angriffe nicht verteidigen? Wer kontert nicht gerne, wenn er beleidigt, in Frage gestellt oder angeklagt wird?

Dann taucht der Wunsch nach friedvollerer Gelassenheit und eines respektvolleren Umgang miteinander auf, eine Sehnsucht nach einem Ausstieg aus der Konfliktspirale. Wenn wir doch nur wieder die Schönheit unserer Beziehung sehen könnten… So wie sie früher einmal war…. Partner*Innen können oftmals Zeiten benennen, in denen das Paarleben unter einem anderen Stern stand, in denen viel mehr an Achtsamkeit, Wertschätzung und Zärtlichkeit vorgeherrscht haben. Das sind nicht selten Zeiten der Romantik und der Verrücktheit. Damals gab es zudem vielleicht noch jenes Sicherheitsgefühl und ein festes Beziehungsfundament.

Der gemeinsame Blick zurück soll hier kein lediglich rückwärts gewandter sein. Der Blick sollte sich zugleich vorwärts richten. Was möchten wir von damals übernehmen, wiederholen oder neu ausprobieren?  Wie sieht es mit uns in 10 Jahren aus? Was ist unser Beziehungsfundament, wenn es gut läuft, in 20 Jahren aus?

Einladung zur konkreten Planung und Umsetzung

Hierbei möchte ich dann aber auch einladen, konkret und operational zu denken, also nicht nur im Nebulösen zu verbleiben. Das ist nicht immer leicht. Folglich bleiben wir gerne unklar. Vorwürfe und Forderungen sind dann nicht immer greifbar. Vielleicht haben wir auch die Erwartung, dass unser Partner, unsere Partnerin, uns unsere Wünsche von den Augen abzulesen haben. Sozusagen als Liebesbeweis.

Aber weshalb machen wir es uns so kompliziert? Was ist denn, wenn ein Partner, eine Partnerin, dieses Augenlesen einfach nicht kann. Wer sagt denn, dass dies weniger Liebe bedeutet? Ich lade deshalb gerne ein konkret zu werden. Vielleicht ist Ihr(e) Partner*In darüber auch dankbar und froh. Da gibt es endlich etwas Konkretes, dass ich tun darf. Das macht mich doch jetzt froh, dass ich mehr Sicherheit habe, dass etwas Liebesvolles auch gut ankommt. Es darf also ruhig auch so etwas wie einen Bauplan für das gemeinsame Beziehungsfundament geben. Und ja, man darf gemeinsam in den Plan schauen und sich beim Aufbau helfen.

Was heißt es daher konkret, wenn Sie wieder mehr als Frau oder Mann gesehen werden möchten? Passiert da etwa Konkretes? Wo, wie oft, wann und wie werden Sie da geheschen? Mit welchem Blick? Wodurch? Was wird da genau getan? Wozu wäre das gut? Ist es gut für Sie oder auch für die Paarbeziehung? Woran ist zu merken, dass Sie sich gesehen fühlen? Wie erkennt man, ob Sie ausreichend oder vielleicht schon zu viel gesehen wurden? Wer von Ihnen beiden tut dabei was und in welcher Form? Zunächst einmal sind dies nur Worte, wenn man sagt „Ich möchte gesehen werden!“. Ich lade also ein, sie mit Leben, Ideen und Vorschlägen lebendig werden zu lassen. Außerdem sollte die Gelegenheit bestehen, zu üben. Vielleicht werden Sie ja auch überrascht?

Wenn Sie hier Erfahrungen gesammelt haben, sind die Fragen spannend: „Warum sind wir zusammen?“, „Weshalb sind wir ein Paar?“ und schließlich „Was ist unser Beziehungsfundament?“

Externer Link: Ferdinand Krieg in der FAZ (14.05.16): Gemeinsam wohnen – Halten wir es miteinander aus?

Ferdinand Krieg

Dipl.-Theologe | Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
Weiterbildungen in Systemischer Therapie und Beratung: Systemischer Paartherapeut (SIH) | Systemischer Therapeut und Berater (SG)

Raumerstraße 16, 10437 Berlin – Prenzlauer Berg
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