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Foto: Heute schon etwas Liebes zum Partner gesagt? Liebevolle Kommunikation in Paarbeziehungen

Heute schon etwas Liebes zum Partner gesagt? Liebevolle Kommunikation in Paarbeziehungen

Was ist eine liebevolle Kommunikation in einer Paarbeziehung? Beginnen wir mit einer Gegenfrage. Haben Sie heute schon etwas Liebes zu Ihrem Partner, zu Ihrer Partnerin gesagt? Gab es eine kleine Geste, ein Strauss Blumen, eine SMS oder ein kurzes Gespräch über die Liebe am heutigen Tag?

Ich frage das, weil ich davon ausgehe, das Liebe auch Kommunikation bedeutet. Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Wir müssen Sie auch mitteilen. Sie ist schließlich eine Nachricht. Um es zudem kitschig zu formulieren, sie ist eine Botschaft von Herz zu Herz.

Vom Abhandenkommen der Liebesbeziehung

Paare erleben in einer langfristigen Paarbeziehung mitunter, dass ihnen die Liebesbeziehung abhanden gekommen ist. Partner*Innen fragen sich dann, wer das neben ihnen eigentlich ist. Wer lebt da mit mir? Habe ich für sie, für ihn, überhaupt noch Gefühle. Der Verlust der Liebe ist oftmals ein Trennungsgrund.

Angesichts alltäglicher Verpflichtungen in Beruf und Familie haben Paare dann verlernt, einander der Liebe mitzuteilen. Man hat natürlich andernorts investiert. In die Karriere und in das Familienleben. Wie kann man auch hier anderen etwas schuldig bleiben? Also wird dort gekürzt und eingespart, wo man denkt, dass es einfach so läuft. Ich meine die Liebesbeziehung. Hier wird gespart. Denn die Liebe ist ja da. Das muss man nicht immer wiederholen und sich sagen. Außerdem ist ja verantwortlich praktisches Tun in Beruf und Familie auch Ausdruck von Liebe, oder? Das mag sein. Aber weshalb sollte man dann davon eine Liebesbeziehung unterscheiden? Warum haben Sie dann nicht nur Beruf und Familie? Reicht es dann nicht aus, nur Elternpaar zu sein?

Ich möchte Partner*Innen und Paare also fragen, ob sie innehalten. Nehmen sie sich eine bewusste und liebevolle Zeit für die Beziehung?  Sind dieser Raum und diese Zeit ganz für die Liebe reserviert? Und wieder: Ich meine hier Liebe als Mitteilung aneinander. Als liebevolle Kommunikation. Nicht nur als eine innere Empfindung.

Hass und Verachtung contra liebevolle Kommunikation

Wenn wir uns statt Liebe Hass und Verachtung mitteilen, sind wir vielleicht noch in Beziehung miteinander. Aber jede Abwertung und jedes böse Wort ist wie ein schleichendes Gift für die Paarbeziehung. Bosheiten wiegen zudem schwerer als mitgeteilte Liebe. Es ist gravierender, ein Wort der Verachtung auszusprechen. Und es braucht viel liebevolle Zuwendung um solche Worte auszugleichen. Ich rate hier zu äußerster Vorsicht. Paare können sich das Zusammenleben zur Hölle machen. Das ereignet sich dann nicht nur für den Moment. Es bleibt in er Erinnerung und in der Paargeschichte erhalten. Wieviel Liebevolles teilen wir uns, das möchte ich hier fragen, mit, im Gegenzug. Versuchen sie doch einmal zu überlegen, in welchem Verhältnis beides miteinander steht. Verachtung einerseits und liebevolle Kommunikation andererseits.

Liebevolle Kommunikation nur zu Beginn der Paarbeziehung?

Manchmal ist es gar nicht so einfach, nach einer Zeit festgefahrener Abläufe und eines immer gleichen Alltags, wieder ein liebevolles partnerschaftliches Miteinander zu leben. Man hat vielleicht schlichtweg vergessen, wie dies aussehen könnte. Mit Paaren blicke ich dann nicht selten auf die Anfänge einer Partnerschaft zurück, auf jene erste Zeit des Kennenlernens und des Verliebtseins. Paare berichten mir dann von liebevollen Gesten, kleinen und großen Abenteuern und vom leidenschaftlichen Zauber des Anfangs ihrer Beziehung. Nicht alles ist wiederholbar und mitunter war die anfängliche Phase der Romantik aus Sicht des Paares viel zu kurz, weil etwa rasch Verpflichtungen auf das Paar zugekommen sind; Beruf, Familiengründung und andere Herausforderungen hatten dann die volle Aufmerksamkeit.

Das bisher Genannte führt zu folgenden Fragen: Darf und soll etwas, aus den Zeiten des Anfangs,  wiederholt werden? Gibt es so etwas, wie eine Auffrischung der Liebesbeziehung? Findet ein Paar für sich eine angemessenen Balance zwischen liebevoller Kommunikation und alltäglichen Verpflichtungen? Darf auch heute noch Verliebtheit stattfinden?

Im lAufe der Entwicklung einer Paarbeziehung verflüchtigt sich das anfängliche Verliebtsein. Liebevolle Zuwendung ereignet sich dann auch durch Taten und Verantwortungsübernahme. Damit aber neben einem partnerschaftlichen Miteinander auch etwas von der Verliebtheit bleibt, müssen wir diese herstellen. Das Herstellen wiederum geschieht meiner Ansicht nach auch durch eine liebevolle Kommunikation.

Liebe lesen und deuten lernen

Klagt ein Partner, dass ihm liebevolle Zuwendung fehlt und sich die eigene Partnerschaft in den Herausforderungen des beruflichen oder familiären Alltags zu verflüchtigen droht, ist es auch wichtig, diese eingeforderten Zeichen der Liebe und Hinwendung deuten zu können. Einfach zu sagen, dass nichts dergleichen stattfinde und der andere Partner gar nichts gebe, trifft nicht immer den Kern des Beziehungsproblems.

Manchmal gibt der kritisierte Partner dann zu verstehen, dass er sehr wohl Liebe zu zeigen bereit sei und dies bereits auch tue, etwa durch eine konzentrierte Arbeit für Haus und Finanzen, durch berufliche Bemühungen oder ein fürsorgliches Verhalten im Haushalt. Nur würdigt man dieses Mühen nicht immer. Auch Liebesbeweise werden nicht immer gesehen oder als solche erkannt. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen davon, wie sich Liebe zu ereignen habe. Wer daher in einer bestimmten und festgefahrenen Weise Liebe erwartet, wird vielleicht enttäuscht.

Im Gegenzug sind Partner*Innen aber vielleicht auch dankbar für Hinweise. Dieses oder jenes würde mich freuen. So oder so darfst Du mir mal gerne Deine Liebe zeigen. Damit meine ich aber keine anklagende Forderung, sondern eine freundliche und offen lassende Einladung. Meiner Ansicht nach funktioniert das sogenannte Ablesen eines Wunsches von den Augen nicht so einwandfrei. Wenn er mich lieben würde, wüsste er doch… Nein, leider eher nicht!

 

Liebevolle Kommunikation - Ich liebe Dich! -Paarberatung - Berlin- Ferdinand Krieg - ich liebe Dich!

Wie kommunizieren wir unsere Liebe?

Hier lade ich zu einem achtsamen und behutsamen Vorgehen ein. Paare, die sich Liebe mitteilen wollen, müssen folgendes lernen. Sie haben die Aufgabe, eine Art der Decodierung und Dechiffrierung vorzunehmen. Dazu braucht es einen Suchlauf mit der Frage: Wo möchte mir mein(e) Partner*In Liebe zeigen?

Zunächst könnte das Paar generell eine Art Bestandsaufnahme vornehmen. Vielleicht setzen sich die Partner*Innen zusammen und besprechen sich. Sie könnten notieren und sich dann mitteilen, wo sich wann erlebbar Liebe ereignet. Dabei sind folgende oder ähnliche Fragen denkbar:

  • Woran merke ich, dass wir ineinander verliebt sind?
  • Was zeigt mir, dass wir einander lieben?
  • Welches Repertoire der Liebe gibt es in unserer Paarbeziehung?
  • Wann ereignet sich zwischen uns Liebe im besonderen Ausmaß?
  • Was ist unserer Art und Weise, eine liebevolle Kommunikation zu pflegen?
  • Gab es in unserer Beziehung rückblickend so etwas wie eine Liebesgeschichte, ganz zu Beginn?
  • Wer würde sie wie erzählen?
  • Wann wusste ich zum ersten Mal, dass ich mich in dich verliebt habe?
  • Zu welchem Zeitpunkt hat wer wie eingestanden, verliebt zu sein?
  • Pflegen wir eine besondere Sprache der Liebe untereinander?
  • Gibt es so etwas wie einen Geheimcode an liebevoller Kommunikation?

Ich möchte Paare einladen, nicht an der Liebe und an der Liebesbeziehung zu sparen. Vielmehr sollen sie ihre Liebe kommunizieren. Und sie sollen danach fragen, wie jeweils der oder die einzelne Partner*In Liebe ausdrückt. Außerdem möchte ich Paare gerne auffordern, dazuzulernen. Seien sie kreativ! So wie man Sprachen lernt, darf man auch eine liebevolle Kommunikation lernen.

Liebe und Kommunikation bei Paartherapeut Arnold Retzer

Dass Liebe eine Art Kommunikationscode darstellt, ist bereits ausführlich durch den bekannten Systemischen Paartherapeuten PD Dr. med. Dipl.-Psych. Arnold Retzer aus Heidelberg dargestellt worden. Er beschreibt die Liebesbeziehung als „sinnstiftendes Kommunikationssystem“ (Retzer, Arnold: Systemische Paartherapie. 4. Auflage, Stuttgart 2011, 22). Zudem stellt er einen „Kommunikationscode der Liebe“ (Retzer, 2011, 45) vor. Ausführlich beschreibt er zudem „Liebesmythen und ihre Funktionen“ (Retzer, 2011, 26). Gemeint sind damit Ursprungserzählungen, die unterschiedliche Funktionen bei einer Paarwerdung erfüllen. (Vgl. Retzer, 2011, 26-45)

Dahinter verbirgt sich auch ein systemtheoretischer Ansatz. Ein System ist hierbei nicht die Summe seiner Mitglieder. Systeme sind vielmehr Funktionsweisen. Genauerhin: Ein soziales System, zum Beispiel eine Liebesbeziehung, ist Kommunikation. In einem solchen System wird Handeln beobachtet und gedeutet. Dieses Handeln ist so auch eine Form der Mitteilung, der Kommunikation. Partner*Innen beobachten also einander und fragen nach dem Sinn des Handelns des jeweils Anderen. (Vgl. dazu: Retzer, 2011, 19). In Liebesbeziehungen wird zum Beispiel gehandelt, indem man Liebe kommuniziert. Liebe ist eine Form von Kommunikation. (Vgl. Retzer, 2011, 45-49)

Streit und Streitspiralen – Beratung zum Thema Streit in Paarbeziehungen
Externer Link: Paartherapeut Arnold Retzer, Heidelberg

Ferdinand Krieg

Dipl.-Theologe | Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
Weiterbildungen in Systemischer Therapie und Beratung: Systemischer Paartherapeut (SIH) | Systemischer Berater und Therapeut (SG)

Raumerstraße 16, 10437 Berlin – Prenzlauer Berg
Telefon (mobil) +49-1577-5337371
E-Mail: kontakt@einzelundpaartherapie.de