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Foto: Beziehung in Corona-Zeit – Partnerschaft angesichts der Pandemie

Beziehung in Corona-Zeit – Partnerschaft angesichts der Pandemie

Beziehung in Corona-Krise

Beziehung in Corona-Krise. Partnerschaft im Auge der Pandemie. Eheleben in einer Ausnahmezeit. Wie geht das und welche Herausforderungen lauern auf Paare in dieser besonderen Zeit?

Finanzielle und berufliche Sorgen

Wir leben in einer krisengeschüttelten Zeit. Zum Schutz der Menschen gibt es Regelungen, die stark in unseren Alltag und in unser Berufsleben eingreifen. Wir verstehen, dass wir alle einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise beitragen müssen. Und doch leiden wir auch unter dieser Zeit: Menschen haben Existenzängste, sie sorgen sich um ihre finanzielle und berufliche Existenz. Manche haben das Gefühl, dass ihre Arbeit und ihr berufliches Sein weniger wert ist, als das Tun anderer. Vielleicht spielt auch ein sehr menschliches Gefühl der Anerkennung, Neid, eine Rolle.

Verlust an Attraktivität?

Aber ängstlich neidend zuhause sitzen zu müssen, ist vermutlich kein schönes Ausgangsgefühl für ein fröhliches Miteinander in der Beziehung in der Coronakrise. Partner*innen stellen sich vielleicht folgende Fragen: Bin ich noch die erfolgreiche Frau, die mit sich zufrieden, freudig nachhause kommt? Kann ich noch der Macher und Entscheider sein, der erfolgreiche Mann, der bewundert wird? Was macht so etwas auch mit der eigenen Attraktivität. Anziehung lässt sich ja empfinden im Hinblick darauf, wie jemand aussieht – körperliches Aussehen –, eben aber auch das Verhalten eines Menschen ist attraktiv.

In zweierlei Hinsicht gib es hier vielleicht einen Verlust an Attraktivität: wenn man sich selbst nicht mag und so in den Spiegel blickt. Zudem auch, aus der Sicht des/der Partner*in. Manchmal tauscht man dies in Mitleid um. Vorher war er / sie noch attraktiv, jetzt sehe ich ihn / sie mit Wehmut und vielleicht auch mit Mitleid.

Wie läuft es sexuell?

Und wie läuft es bei Paaren wohl sexuell im Moment? Bei einigen geht es rund, bei anderen Stillstand? Wir bleiben beim Vermuten. Die Frage ist ja auch, ob etwa in einem beengten Wohnraum – den man dann mitunter auch nicht verlassen darf – eine sexuelle Anziehung generiert wird. Gibt es genug Abstand um den/die Partner*in sexuell zu sehen und wahrzunehmen? Oder etablieren sich eher Fluchtimpulse im Zusammenhang von andauernder Nähe und erzwingender Zweisamkeit? Und ist man denn überhaupt zu zweit, Angesichts der Schließung von Schulen und Angeboten an Notbetreuung in den Kitas?

Abstimmung über Nähe und Distanz in Corona-Zeiten

Jedes Paar muss ja ohnehin, auch außerhalb von Corona und Co, Nähe und Distanz in ein Gleichgewicht bringen. Beide Partner*innen müssen sich über ihre jeweils eigenen Wünsche und Bedürfnisse nach persönlichen Freiräumen einerseits und nach gemeinsamen Zeiten als Paar andererseits abstimmen. Zu gleicher Zeit an gleichem Ort gleich starke Bedürfnisse nach Nähe oder nach Abstand sind toll, aber nicht immer so gegeben. Es ist sowieso schon eine Herausforderung, einem/einer Partner*in zu erklären, weshalb man gerade lieber ohne ihn/sie  – besser für sich – Zeit verbringen möchte.

Es ist auch außerhalb von Corona und Co bereits schon nicht immer leicht, Nähe und Qualitätszeit auf der Ebene als Paar anzubieten, vorzuschlagen oder einzufordern. Wieviel Autonomie soll es sein? Welche Portion Heteronomie ist gerade dran? Corona macht es möglich, dass wir gezwungenermaßen Nähe haben müssen – oder aber auch Distanz, wenn etwa eine Ausgangssperre am Besuchen hindert oder eine Quarantäne sein muss –. Es passiert also mitunter, dass Nähe und Distanz für uns bestimmt werden, ohne auf unsere Befindlichkeiten zu achten, ohne vorab nach unseren Wünschen, Sehnsüchten und Bedürfnissen zu fragen.

Kaum Fluchtmöglichkeiten vor Konflikten in Corona-Zeit

Und was ist mit sehr engen Wohnungen? Gut, wenn man einen Garten hat, einen Balkon. Aber was ist mit einer kleinen Wohnung, in der sich ein Paar, eine Familie aufhalten muss?

Flucht, Verteidigung oder Erstarren

Hatte man zuvor noch Gelegenheit, Konflikten aus dem Weg zu gehen, muss man nun – vermutlich über längere Zeit – an Ort und Stelle bleiben. Ich denke an schwelende Konflikte und an ausufernde Streits. Wenn wir nicht fliehen können, also einem Fluchtimpuls nachgehen können, was dann? 1. Flucht, 2. Gegenangriff (Verteidigung) oder 3. Freezing (Erstarren und Rückzug nach Innen) sind ja drei archaische Muster, wie wir auf eine Bedrohung reagieren.

Auch Ausgleichshandlungen für eine atmosphärische Veränderung sind schwerer zu haben. Deshalb erscheint manchem Paar vielleicht das Zusammenleben nicht nur konflikthaft – dann ist wenigstens mal was los, emotional – sondern auch eintönig. Es fehlt die Möglichkeit im Außerhalb neue schöne Eindrücke zu schaffen. Wir können nicht verreisen, kulturelles Leben musste eingeschränkt werden, mit der Partner*in ausgehen und tanzen ist nicht, auch ein romantisches Dinner in einem schönen Restaurant ist nicht drin.

Befürchtend denke ich auch an jene Situationen in denen psychische und physische Gewalt herrscht. Es bleibt zu hoffen, dass Schutzräume, Unterkünfte für verfolgte und mit Gewalt konfrontierte Frauen und Kinder erreichbar sind und Schlimmstes verhindern helfen.

Ideen zum Zusammenleben von Partner*innen in Corona-Zeiten

Der Artikel befindet sich im Aufbau

Ferdinand Krieg

Dipl.-Theologe | Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
Weiterbildungen in Systemischer Therapie und Beratung: Systemischer Paartherapeut (SIH) | Systemischer Therapeut und Berater (SG) | Systemische Sexualtherapie (isiberlin | DGfS)

Raumerstraße 16, 10437 Berlin – Prenzlauer Berg
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