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Foto: Pornografiekonsum in der Partnerschaft – mein*e Partner*in schaut Pornos

Pornografiekonsum in der Partnerschaft – mein*e Partner*in schaut Pornos

Pornografiekonsum in der Partnerschaft

Hört man sich um, scheint Pornografiekonsum in der Partnerschaft etwas selbstverständlich Akzeptiertes zu sein, dass ein(e) Partner*in Pornos anschaut, also kein Problem darzustellen. Pornofilme anzusehen und gegebenenfalls auch in den Solosex einzubauen, ist wohl etwas, dass manche(r) tut – viele tun? – , trotz bestehender Partnerschaft und Sexualbeziehung; auch dann, wenn diese als erfüllend und zufriedenstellend beschrieben wird.

Mein(e) Partner*in schaut Pornos… Bin ich ihr/ihm nicht genug? Reicht ihr/ihm unser Sex nicht aus?

Dennoch wirft das Thema Pornoschauen in mancher Partnerschaft Fragen auf. Ob etwa das eigene Sexualleben nicht zufriedenstellend sei, oder ob die/der eigene Partner*in nicht genüge, beziehungsweise sexuell nicht ausreichend attraktiv oder als Liebhaber*in qualifiziert sei. Fehlt also etwas? Oder ist der Pornokonsum nur selbstverständlicher Bestandteil eines auch trotz Paarbeziehung akzeptablen individuellen Sexuallebens, also Teil von Solosex, etwa begleitet durch Autostimulation, Selbstbefriedigung. Und wenn eine(e) Partner*in noch Pornos zu einem bestimmten Thema, zu einer besonderen sexuellen Praktik  anschaut, die im Beziehungssex nicht umgesetzt wird, wirft das vielleicht Fragen auf. Oder es führt zu Konflikten in der Partnerschaft, zu Paarkonflikten zum Thema Sex. Partner*innen suchen vielleicht das Gespräch miteinander: Über Sex reden – partnerschaftliche Kommunikation über Sex.

Pornofilme als Teil des eigenen partnerschaftlichen Liebesspiels

Nicht zuletzt gibt es überdies ja auch Partnerschaften, in denen das gemeinsame Schauen von Pornografie Bestandteil des partnerschaftlichen Sexuallebens ist. Man sieht sich gemeinsam Filme an, beispielsweise um Anregungen zu erhalten, was und wie man es selbst als Paar umsetzen könnte. Oder das Anschauen von Pornofilmen ist Teil des partnerschaftlichen Liebesspiels; im Sinne einer Kompetenz, diese Filme in die eigene sexuelle Inszenierung einzubauen. Nicht zuletzt fertigt man selbst vielleicht diese Filme an, für sich, oder um sie später gemeinsam als Paar stolz auf Plattformen online zu stellen. Manchmal mag dies auch mit der Absicht geschehen, so etwas wie eine Selbst- und/ oder Fremdvalidierung, also (Selbst-) Bestätigung von Außen zu erhalten.

Partnerschaftliche Gespräche über Pornofilme

Vielleicht suchen Sie miteinander ein respektvolles Gespräch, außerhalb von Beschuldigungen und Vorwürfen. Motivationsleitend darf auch ein ehrliches Interesse sein, selbstbewusst, in dem Wissen, dass nicht jeder Porno in der Paarbeziehung reinszeniert und dadurch ersetzt werden muss. Vielleicht ist aber eine solche Aussprache ein, die beide Partner*innen wieder über Sex und sexuelle Bedürfnisse miteinander in das Gespräch bringt.

Ferdinand Krieg

Dipl.-Theologe | Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie
Weiterbildungen in Systemischer Therapie und Beratung: Systemischer Paartherapeut (SIH) | Systemischer Therapeut und Berater (SG) | Systemische Sexualtherapie (isiberlin | DGfS)

Raumerstraße 16, 10437 Berlin – Prenzlauer Berg
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