Ferdinand Krieg



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Sexuelle Krise – Krise im Sexualleben

Eine sexuelle Krise – also eine Zuspitzung (griechisch krisis) – lädt manchmal dazu ein, das eigene Sexualleben und das Selbstbild als sexuelle Person oder als Liebhaber*in zu hinterfragen. Es ist mir ein Anliegen, Menschen in solchen Fragen zu begleiten – ob allein oder als Paar. In Berlin biete ich in eigener Praxis Sexualtherapie an. Dort geht es oft um Gedanken zu einer sexuellen Krise und um das Suchen nach Orientierung: Wie war es bisher? Was erlebe ich heute? Wie möchte ich Sexualität künftig leben?

Sexuelle Krise – mögliche Inhalte

Die Anlässe für eine sexuelle Krise sind vielfältig. Manche Menschen erleben Enttäuschungen, andere spüren Druck oder fühlen sich im eigenen Begehren fremd. Typische Themen sind zum Beispiel:

  • Enttäuschungen oder Versagenserfahrungen – etwa wenn etwas nicht wie erhofft funktioniert hat.
  • Kritik durch Partner*innen oder das Gefühl, dass erotische Intimität in der Beziehung abgenommen hat.
  • Psychische Belastungen, die das Sexualleben beeinflussen. Bitte klären Sie solche Aspekte ärztlich oder therapeutisch ab.
  • Das Bedürfnis nach einer Neuausrichtung: Das bisherige Konzept von Sex passt nicht mehr. Manche empfinden beziehungsorientierten Sex als zu eng, andere sehnen sich nach mehr Nähe statt nach Experimenten im Außen.
  • Fragen zum eigenen Bild als Liebhaber*in: Passt das erlernte und gewohnte Verhalten noch zur aktuellen Lebenssituation – sei es in einer Partnerschaft oder im Kontext von Dates?
  • Manchmal wird Sex auch für andere Zwecke genutzt, obwohl eigentlich andere Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Das wird mitunter als „zweckentfremdet“ erlebt.

Was möchte ich eigentlich sexuell?

Eine Krise wird von manchen als Chance verstanden – als Einladung, Klarheit zu finden und Prioritäten neu zu ordnen. Fragen, die dabei im Raum stehen, sind zum Beispiel: Was möchte ich bewahren? Was möchte ich hinzugewinnen? Und was soll künftig weniger Raum haben?

Manche Menschen nutzen diese Phase, um neue Rollen auszuprobieren – zum Beispiel im schwulen Sex versatile, aktiv oder passiv oder in spielhaftem Kinky-Sex zu Dominanz und Subdominanz –.

Andere suchen neue Gründe, Sex zu haben, oder möchten frische Erfahrungen sammeln. Ein bisheriger Paarsex fühlt sich für eine*n oder beide Partner*innen nicht mehr stimmig an – es ist irgendwie alles routiniert und langweilig.

Wieder andere wünschen sich vielleicht mehr Konservativität und einfach einen Coitus Germanicus simplex – ein von Volkmar Sigusch ironisch geprägter Begriff für schlichten, konventionellen Sex.

Meiner Beobachtung aus der Sexualtherapie zufolge spielt für viele Menschen zudem ein Sicherheitsgefühl beim Sex eine Rolle – wenn etwa Grenzen erkannt und kommuniziert werden –. Von Relevanz scheint auch ein positives Selbstbild zu sein – mit Blick auf das eigene sexuelle Handeln und auf den eigenen Körper –. Und für viele Menschen scheinen Gefühle eine Bedeutung zu haben – etwa emotionale Verbundenheit mit der*dem Sexualpartner*in.

Sexuelle Krisen betreffen manchmal auch die Partnerschaft insgesamt – etwa wenn jemand sagt: „So nicht mehr!“ oder wenn gegensätzliche Wünsche aufeinandertreffen. Dann geht es nicht nur um Sexualität, sondern auch um Beziehung. Häufig spielt dabei das Selbstbild als Liebhaber*in eine Rolle, besonders wenn Bestätigung durch sich selbst oder durch Partner*innen fehlt. Und Menschen sind womöglich verunsichert und gekränkt, wenn es Kritik gibt, wenn man abgelehnt und zurückgewiesen wird. Oder man unter Druck steht, jetzt sexuell einer*einem Partner*in etwas liefern zu wollen – obgleich man es nicht möchte. Und es ist auch schmerzlich, wenn Partner*innen einander anvertrauen, dass sie keine sexuelle Anziehung mehr empfinden – oder, dass der Körper und das Verhalten eines*einer Partner*in nicht mehr den sexuellen Wünschen des*der anderen Partner*in entsprechen. Das ist harter Tobak, ja, aber Stoff für eine Krise.

Kurz zusammengefasst: Sexualität tangiert und umfasst unglaublich viele Bereiche. Eine Krise bedeutet, dass in einem oder mehreren Bereichen eine Zuspitzung geschieht – etwa in diesem Sinn: So war es, jetzt ist es konflikthaft und wie es sein wird, weiß man noch nicht. Es ist nachvollziehbar, dass das möglicherweise Fragen aufwirft und vielleicht herausfordert.

Sexuelle Krise im Gespräch

Menschen in einer sexuellen Krise vertrauen sich vielleicht guten Freund*innen an. Meiner Einschätzung nach sind Frauen hierzu bereiter als Männer – vielleicht auch deshalb, weil für viele Männer immer noch gilt, dass man irgendwie an Männlichkeit einbüßt, wenn etwas nicht reibungslos klappt.

Manchmal gelingt es, eine sexuelle Krise in Worte zu fassen. Andere Male wird über viele Jahre hinweg geschwiegen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Selbstreflexion. Er ersetzt keine Beratung sowie keine ärztliche, psychiatrische oder psychotherapeutische Abklärung oder Behandlung. Eine eigenständige Selbstdiagnose soll daraus nicht abgeleitet werden.

Hier informiere ich über mein Angebot an Sexualtherapie in Einzel- und Paargesprächen in Berlin. Willkommen sind Frauen, Männer, LGBTQI* und Paare.